Hochbeet – natürlich und nachhaltig gärtnern

Ein Hochbeet ist ein Muss für alle Garten- und Pflanzenliebhaber. Es ermöglicht nicht nur rückenschonendes Gärtnern, sondern verwandelt auch ungenutzte Flächen wie Balkone, Terrassen oder gepflasterte Böden in grüne Oasen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie ein umweltfreundliches Hochbeet bauen und es nachhaltig bewirtschaften. Freuen Sie sich auf eine reiche Ernte und eine farbenfrohe Blütenpracht!
Das Hochbeet selber bauen
Das Hochbeet kann aus verschiedenen Materialien gefertigt werden. Am nachhaltigsten ist es, wenn Sie anstelle eines Plastikrahmens ein Hochbeet aus Holz bauen. Für ein Hochbeet aus Holzbrettern benötigen Sie folgende Materialien:
- Holzbretter (z. B. Lärche oder Douglasie, wetterfest)
- Vier Holzpfosten für die Ecken
- Senkkopf-Holzschrauben
- Winkel zur Stabilisierung
- Hasendraht gegen Wühlmäuse
- Regeneratfreie PVC-Teichfolie, Kokosmatten oder Jute-Filz zum auskleiden
- Holzlasur auf Wasserbasis oder Wallnuss- bzw. Leinöl
Werkzeug:
Akkuschrauber mit Schraub- und Bohraufsetzen, Tacker mit Drahtklammern, Säge, Bleistift
Wählen Sie einen geeigneten Standort für Ihr Hochbeet und stellen Sie sicher, dass der Boden eben und glatt ist. Eine gute Größe ist beispielsweise 120 cm Breite, 200 cm Länge und 80 cm Höhe. Falls Sie mehr oder weniger Platz zur Verfügung haben, können Sie die Größe entsprechend anpassen. Damit Sie alle Ihre Pflanzen gut erreichen können, sollte das Beet nicht breiter wie 150 cm sein.
Schneiden Sie nun die Holzbretter zurecht. Falls Sie die Bretter in einem Baumarkt kaufen, können Sie diese dort auf die gewünschte Länge zuschneiden lassen. Anschließend markieren Sie auf der linken und rechten Seite die Stellen für die Schrauben. Der Abstand zur Holzkante sollte etwa 2 cm betragen. Mit einem Akkuschrauber und einem passenden Aufsatz bohren Sie die Löcher vor. Das Bohrloch sollte je nach Holzart 1 bis 1,5 mm kleiner sein als der Durchmesser der Holzschrauben.
Nach dem Vorbohren legen Sie die Bretter auf zwei der Pfosten. Richten Sie den ersten Pfosten so aus, dass er mit der Holzkante abschließt, und drehen Sie nun die Schrauben hinein. Anschließend richten Sie den zweiten Pfosten an der anderen Seite aus und befestigen die Bretter. Wiederholen Sie diese Schritte für die zweite Seite des Hochbeets. Danach verbinden Sie beide Seiten mit den übrigen Brettern. Achten Sie darauf, dass die Bretter auf einer stabilen Unterlage (z. B. einem Tisch oder einem Bock) aufliegen und die Konstruktion nicht verrutscht. Je nach Größe können Sie die Seiten Ihres Hochbeets mit Winkeln zusätzlich verstärken.
Damit Ihr Hochbeet den Witterungsbedingungen besser trotzt, empfehlen wir Ihnen die Behandlung des Holzes mit einer umweltfreundlichen Holzlasur auf Wasserbasis oder einem natürlichen Öl (z. B. Walnuss- oder Leinöl). Nach dem Trocknen legen Sie den Hasendraht auf die Unterseite und tackern diesen an den Holzbrettern fest. Der Draht verhindert, dass sich ungebetene Gäste wie Wühlmäuse einnisten.
Stellen Sie nun den Rahmen Ihres Hochbeets an den gewünschten Platz und kleiden Sie die Innenseite aus. Üblicherweise verwendet man hierfür Teich- oder Noppenfolie. Diese bewahrt die Feuchtigkeit im Beet und schützt das Holz. Falls Sie eine plastikfreie Alternative bevorzugen, empfehlen wir Kokosmatten, Jutefilz oder Unkrautvlies.
Hochbeet richtig befüllen – Perfekte Schichten für gesunde Pflanzen
Nun kann Ihr Hochbeet befüllt werden! Die richtige Schichtung sorgt für eine optimale Nährstoffverteilung und eine gute Wasserspeicherung. Als Faustregel gilt: Das gröbste Material kommt nach unten, während die Schichten nach oben hin immer feiner werden.
Für ein Hochbeet mit einer Füllhöhe von 80 cm empfiehlt sich folgende Schichtung:
- Unterste Schicht (ca. 20 cm): Holzschnitt und Äste – sorgen für eine gute Belüftung und verhindern Staunässe.
- Zweite Schicht (ca. 10 cm): Laub, Grasschnitt und Häckselmaterial – fördert die Zersetzung und verbessert die Bodenstruktur.
- Dritte Schicht (ca. 15 cm): Grober Kompost oder Mist – liefert wertvolle Nährstoffe und erzeugt beim Verrotten Wärme.
- Vierte Schicht (ca. 15 cm): Feiner Kompost oder Gartenerde – nährstoffreiche Basis für gesundes Pflanzenwachstum.
- Oberste Schicht (ca. 20 cm): Hochwertige Pflanzenerde oder Gemüseerde – humusreich und locker für optimales Wurzelwachstum.
Warum diese Schichtung?
Die Äste und der Holzschnitt fördern nicht nur die Belüftung des Beets, sondern verhindern auch Staunässe und Fäulnis. Der grobe Kompost erzeugt beim Verrotten Wärme und liefert über einen längeren Zeitraum wertvolle Nährstoffe. Der feine Kompost ist besonders nährstoffreich und bildet die Grundlage für ein üppiges Pflanzenwachstum. Die oberste Schicht sollte aus hochwertiger Pflanzenerde bestehen, die locker und humusreich ist. Für einen zusätzlichen Nährstoffschub können Hornspäne unter die Pflanzenerde gemischt werden.
Hochbeet bepflanzen – Die perfekte Pflanzkombination
Die Bepflanzung Ihres Hochbeets kann beginnen! Beachten Sie dabei die individuellen Aussaat- und Pflanzzeiten. Salat kann bereits ab März gepflanzt werden, während Tomaten vorgezogen werden müssen und erst ab Mai ins Hochbeet gesetzt werden können. Achten Sie darauf, Mischkulturen anzubauen, damit sich Ihre Pflanzen gegenseitig beim Wachstum unterstützen. Mit einem Mykorrhiza-Granulat fördern Sie kräftiges Wurzelwachstum und erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen.
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Diese Gemüsesorten eignen sich hervorragend für Hochbeete:
- Verschiedene Salatsorten
- Tomaten
- Gurken
- Paprika
- Zucchini
- Karotten
- Radieschen
Diese Gemüsesorten profitieren besonders von der Wärme im Hochbeet, und dank der guten Drainage gibt es keine Probleme mit Staunässe.
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Diese Kräutersorten sind wunderbare Hochbeetbewohner:
- Basilikum
- Petersilie
- Schnittlauch
- Thymian
- Oregano
- Minze
Bauen Sie die Kräuter zwischen den Gemüsepflanzen an, um den Platz optimal zu nutzen.
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Blumen zur Verteidigung gegen Schädlinge:
- Ringelblumen
- Tagetes
- Kapuzinerkresse
- Lavendel
- Borretsch
Blumen sind nicht nur eine hübsche Ergänzung in Ihrem Hochbeet, sondern unterstützen auch das natürliche Gleichgewicht und schützen Ihr Gemüse vor Schädlingen.
Achten Sie bei der Bepflanzung generell auf eine gute Mischung von verschiedenen Pflanzen. Mischkulturen haben nicht nur eine höhere Resistenz gegenüber Schädlingen, sondern können auch den Ertrag steigern. Bewährte Kombinationen sind zum Beispiel Tomaten mit Basilikum, Karotten mit Zwiebeln und Salat mit Radieschen.
Pflege und Wartung – So bleiben Ihre Pflanzen gesund
Damit Ihr Hochbeet erblüht, gibt es einige wichtige Dinge zu beachten. Dazu gehört das regelmäßige Gießen Ihrer Pflanzen. Im Vergleich zu herkömmlichen Beeten trocknen Hochbeete schneller aus, weshalb es empfehlenswert ist, öfter zu gießen – idealerweise morgens und abends, wenn die Sonne nicht so kräftig scheint.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Nährstoffversorgung im Hochbeet. Mit der richtigen Befüllung haben Sie bereits die Grundlage für Ihre Pflanzen geschaffen. Nun gilt es, die Nährstoffversorgung aufrechtzuerhalten. Mit speziellem Hochbeetdünger erhalten Ihre Pflanzen eine solide Grundversorgung. Für Kräuter und Blühpflanzen bieten praktische Düngesticks Nährstoffe, die auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind.
Hochbeete sind leider auch nicht vor Unkraut sicher. Der große Vorteil: Beim Unkrautjäten müssen Sie sich nicht bücken. Regelmäßiges Zupfen ist jedoch entscheidend, damit Ihre Pflanzen optimal gedeihen können. Sollte die Zeit einmal knapp sein, können Sie auch ein biologisch abbaubares Mittel gegen Unkraut verwenden. Achten Sie bei der Wahl darauf, dass das Mittel keine gefährlichen Chemikalien enthält, keinen Haustieren schadet und bienenfreundlich ist. Finalsan UnkrautFrei Plus ist zum Beispiel ein umweltverträglicher Unkrautvernichter, der hartnäckige Unkräuter bekämpft, während Ihre Pflanzen und Tiere unbeschadet bleiben.
Überprüfen Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge. Trotz Mischkulturen und schützenden Blühpflanzen ist auch ein Hochbeet nicht vor Blattläusen, Schnecken, Spinnmilben und anderen unerwünschten Gästen sicher. Natürliche Nützlinge wie Florfliegen und Marienkäfer können Sie bei der Schädlingsbekämpfung unterstützen. Wird die Situation kritisch, empfehlen wir den Einsatz biologischer und bienenfreundlicher Pflanzenschutzmittel.
Um Ihr Hochbeet effektiv vor Schnecken zu schützen, können Sie verschiedene Maßnahmen kombinieren. Bringen Sie ein Schneckenblech am Rand des Hochbeets an und befestigen Sie ein Kupferband an der Außenseite. Pflanzen Sie zudem Schnecken-abweisende Kräuter wie Knoblauch, Zwiebeln, Bohnenkraut, Lavendel und Thymian. Schnecken meiden auch Kaffeesatz und zerriebene Eierschalen, die ebenfalls als natürliche Barrieren dienen.
Abschließende Tipps für ein langlebiges Hochbeet
Ein gut gebautes Hochbeet kann viele Jahre lang genutzt werden – vorausgesetzt, es wird richtig gepflegt. Hier sind drei wichtige Punkte, die zur Langlebigkeit und Ertragssteigerung beitragen:
- Wetterfestes Holz verwenden: Damit das Hochbeet den Witterungsbedingungen standhält, sollte es aus robustem, wetterfestem Holz bestehen. Besonders geeignet sind Lärche, Douglasie oder Eiche, da sie von Natur aus widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit und Schädlinge sind. Zusätzlich kann eine Folienauskleidung die Innenseiten des Holzes schützen und so die Lebensdauer verlängern.
- Regelmäßige Erneuerung der Erde: Damit die Pflanzen stets mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden, sollte die Erde im Hochbeet alle 2–3 Jahre erneuert oder zumindest teilweise aufgefüllt werden. Durch den natürlichen Zersetzungsprozess der unteren Schichten sackt das Material mit der Zeit ab, weshalb eine Nachfüllung mit frischer, nährstoffreicher Erde wichtig ist.
- Die richtige Fruchtfolge beachten: Im ersten Jahr eignen sich starkzehrende Pflanzen wie Tomaten, Zucchini oder Kürbis, da die Erde dann besonders viele Nährstoffe enthält. Im zweiten Jahr sollten mittelzehrende Pflanzen wie Karotten oder Salat folgen. Ab dem dritten Jahr ist der Boden optimal für schwachzehrende Pflanzen wie Bohnen oder Kräuter. Diese Fruchtfolge erhält die Bodenqualität und sorgt für gesunde Pflanzen mit reicher Ernte.
Wenn Sie diese Tipps befolgen, werden Sie lange Freude an Ihrem Hochbeet haben und können Ihr selbst angebautes Gemüse genießen. Darüber hinaus verwandeln Sie versiegelte Flächen in kleine grüne Oasen und bieten eine Futterquelle für Bienen und andere bestäubende Insekten.